Ein Vorhaben verdient ungeteilte Aufmerksamkeit

Ein Vorhaben verdient ungeteilte Aufmerksamkeit

Ein rotbrauner Stift liegt auf einem geschlossenen hellen Notizbuch auf einem Holztisch.

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Du sitzt vor deinen Notizen. Jetzt wäre Zeit, an deinem Vorhaben weiterzudenken. Doch vorher liest du noch eine Nachricht. Dabei fällt dir etwas für die nächste Sitzung ein. Kurz den Kalender öffnen. Als du wieder auf deine Notizen schaust, suchst du den Gedanken, bei dem du eben noch warst.

Der Nachmittag ist frei. Dein Kopf ist noch an mehreren Orten.

Gedanken wechseln nicht so schnell wie Fenster auf dem Bildschirm. Die Forscherin Sophie Leroy nennt es «Attention Residue», wenn ein Teil unserer Aufmerksamkeit nach einem Aufgabenwechsel bei der vorherigen Arbeit bleibt. Besonders offene Aufgaben können uns weiter beschäftigen. Die Nachricht ist längst geschlossen. Im Kopf formulierst du noch deine Antwort.

Gemeinsam mit Theresa Glomb untersuchte Leroy auch, was solche Wechsel erleichtern kann. Ihre 2018 veröffentlichte Arbeit umfasst vier Studien. Im Mittelpunkt stand eine besondere Situation: Eine Aufgabe wird unterbrochen, und man erwartet, später unter Zeitdruck zu ihr zurückkehren zu müssen. Ein kurzer Plan für die Rückkehr verringerte in den untersuchten Experimenten das gedankliche Hängenbleiben und half bei der neu eingeschobenen Aufgabe.

Dieser «Wiedereinstiegsplan» hält knapp fest, wo du gerade stehst und wie du später weiterarbeiten möchtest. Ob dadurch auch die ursprüngliche Aufgabe nach der Rückkehr besser gelingt, wurde in dieser Untersuchung nicht geprüft.

Für den Alltag lässt sich daraus eine einfache Anregung mitnehmen: Bevor du dich etwas anderem zuwendest, halte deinen nächsten Schritt kurz fest.

Du arbeitest zum Beispiel an einem Konzept. Bald beginnt ein Gespräch. Statt die Datei einfach zu schliessen, schreibst du dir auf: «Der Einstieg steht. Als Nächstes beschreibe ich, für wen das Angebot gedacht ist. Dafür nehme ich die drei Beispiele aus meinen Notizen.»

Ein paar Sätze reichen. Du musst das Konzept dafür nicht fertigstellen. Du hinterlässt dir eine konkrete Spur, an der du später anknüpfen kannst. Das Beispiel ist eine mögliche Umsetzung der Anregung, keine Vorgabe aus der Studie.

Vielleicht gibt es auch vor deiner nächsten Arbeitsphase noch etwas, das dich beschäftigt. Eine Antwort, die du später schreiben willst. Eine Aufgabe, bei der du nicht weitergekommen bist. Du könntest kurz notieren, was dort als Nächstes ansteht, bevor du dich deinem Vorhaben zuwendest.

Ungeteilte Aufmerksamkeit lässt sich nicht einfach einschalten. Aber du kannst den Übergang bewusst gestalten. Das Unerledigte hat einen Platz auf dem Papier. Jetzt darfst du dich der Sache widmen, für die du dir diese Zeit genommen hast.

Manchmal möchtest du dafür mehr Abstand vom gewohnten Alltag. Bei einer Kurzauszeit sind das TinyHaus und die Verpflegung vorbereitet. Du hast Raum, deine Unterlagen auszubreiten und dich deinem Vorhaben zuzuwenden.

Im persönlichen Gespräch können wir gemeinsam anschauen, wo du gerade stehst und was dein nächster Schritt sein könnte. Anschliessend hast du Zeit, selbst weiterzuarbeiten. Die Richtung und das Tempo bleiben bei dir.

Welchem Vorhaben möchtest du diese Aufmerksamkeit schenken? Wenn du dafür eine Kurzauszeit in Betracht ziehst, melde dich unverbindlich für ein Kennenlerngespräch.

Symbolfoto: Lum3n / Pexels.

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